So klingt Orbid Sound

Audioanalyse – Orbid Sound Lautsprecher

Hören ist höchst subjektiv und jeder Mensch nimmt Klänge anders wahr. Jeder hat einen anderen Anspruch ans Musikhören und viele fragen sich, welcher Lautsprecher passt zu mir, welcher in mein Leben und in mein Wohnsituation und welcher Lautsprecher klingt so, wie ich es mag? Die Aussage: „Kommen Sie doch einfach vorbei und hören Sie sich unsere Lautsprechersysteme vor Ort an, wir sind sicher, dass wir für jeden Anspruch etwas Interessantes bieten können“ würde diese Fragen wohl am schnellsten beantworten. Doch leider ist es nicht allen möglich mal kurz in die Klangmanufaktur nach Balingen oder in unsere Studios nach Frankfurt, Heiligenhaus oder Berlin zu fahren

Deswegen haben wir uns entschieden einen Menschen mit einem geschulten erfahrenen, feinen und kritischen Ohr unsere Modelle durchhören zu lassen. Sascha ist einer der Live-Tester von Orbid Sound und stellt unsere Modelle genauer vor und bringt sie durch seine Worte zum Klingen. Hören Sei einfach mal rein…

Der folgende Hörvergleich und die Klangbewertung erfolgen nach persönlicher Wahrnehmung und eigener Erfahrung. Er spiegelt nicht zwingend den Eindruck und das Empfinden anderer wieder. Dieser Test soll eine tendenzielle Richtung des Klangcharakters der einzelnen „Kandidaten“ aufzeigen.

Letztendlich zählt nur, dass man mit seiner persönlichen Lautsprecherwahl zufrieden ist und weiterhin Spaß an der Musik hat. In diesem Sinne viel Freude mit dem Testbericht…

So klingt die NESO

NESO – ‚Wolf im Schafspelz‘

Wer noch nie den „Aha“-Effekt bei einem Lautsprecher hatte, sollte sich die NESO von Orbid SOUND anhören. Von einem Lautsprecher dieser Größe erwartet man in der Regel keine urgewaltige Musikwiedergabe in Form eines ausgewachsenen Standlautsprechers. Dennoch ist man überrascht mit wie viel Elan, Spritzigkeit und vor allem präzisen Druck die NESO das aufgenommene gekonnt in den Raum schallen lässt.

Stimmen wie be Jocelin B. Smith´s Liveversion von „When I Need You“ spielen sich ohne zu nerven direkt nach vorne. Der Typische Vorhangeffekt ist praktisch nicht vorhanden. Im Gegenteil – die Stimmen sind immer klar und direkt nach vorne gerichtet. Absolut verfärbungsfrei ertönt Mitch Ryders „Berlin“ das authentisch und ehrlich durch die einzelnen Chassis durchdringt. Bei Eugene Ruffolo und seinem „Fool for Every Season“ scheint er geradezu über den Köpfen hinweg zu schweben.

Klangstark präsentiert sich die „kleine“ NESO genauso, wenn es um die Darstellung der einzelnen Instrumente geht. Eindrucksvoll stellt sie das bei Hans Theessink und „Soul On Fire“ unter Beweis – Snares und Tom´s kommen spritzig und hochauflösend rüber ohne dabei nervend zu wirken. Geradezu beeindruckend fällt einem ein kleines Detail auf, wenn man sich „Salty Dog“ von Procol Harum widmet – nämlich das dezente Erklingen der Schiffspfeife in der Anfangssequenz. Diese wurde mit der NESO atemberaubend feinsinnig transportiert und würde bei manch anderem Lautsprecher schlicht untergehen.

Nun kommen wir zur Lieblingsdisziplin der NESO – die ‚goldene Mitte‘ – nämlich die ausgeprägte Wiedergabe im Mitteltonbereich. Viele Kompaktlautsprecher neigen dazu in den Höhen nervig und schrill zu spielen und/oder im Gegenzug im Tief-/Mitteltonbereich verwaschen zu klingen oder schaffen es, keinen anständigen Tiefton zu liefern. Die NESO zeigt was für

Kräfte in einem Kompaktlautsprecher schlummern können. Mit ordentlicher Substanz, ausgewogenen Mitten und einer klaren Detailreichen Hochtonwiedergabe bildet sie eine perfekte Einheit für Genießer die sich auf ein Höhenflug begeben wollen. Wie Major Tom sagen würde: „Völlig losgelöst“.

So klingt die SABERO

SABERO‚Der Rebell‘

Man könnte den Lautsprecher auch gut und gerne als ‚kleinen Rebell‘ bezeichnen – natürlich im positiven Sinne! Denn die SABERO weiß sich durchzusetzen und will zeigen, dass sie mit jeder Musikrichtung die man ihr anbietet zurechtkommt. Sie ist quasi der größere Bruder der NESO und möchte dies auch entsprechend umsetzen. Stimmen gibt sie dabei allerdings etwas dezenter und zurückhaltender wieder – das verleiht ihr eine angenehme sanfte Note.

Im Gegensatz zur NESO läuft Jocelin B. Smith´s „When I Need You“ breiter und zarter aus. Die SABERO schafft mehr Volumen wirkt insgesamt allerdings etwas zurückhaltender. Man bekommt das Gefühl sie tastet sich vorsichtig heran, legt dann aber richtig los mit ihrer leicht „düsteren“ Art. Das ist aber gut so, denn auf diese Weise garantiert sie ein entspanntes Zuhören. Nun kommt Yello ins Spiel und genau da merkt man wie gewieft die SABERO sein kann. Zackig, direkt nach vorne spielend gibt sie sich bei „Tool Of Love“ oder „Limbo“ aus dem Album Toy. Instrumente werden feinstimmig, kontrolliert und sachlich wiedergegeben. Und so frech wie die SABERO ist, schafft sie es sogar, Richard Wagner´s Götterdämmerung feine Nuancen heraus zu kitzeln. Man merkt also recht schnell, dass die SABERO keinen besonderen Favoriten hat.

Interessant wird es wenn noch ältere Aufnahmen vorhanden sind. Egal ob es sich um die guten alten Aufnahmen auf der Kassette handelt, die man früher mit so viel Sorgfalt überspielt hat oder sogar um die Schallplatte. Die SABERO schafft es, diesen Aufnahmen eine gewisse neue Frische zu verleihen und genau das wird vielen der „älteren“ Generation gut gefallen. Egal ob schwere Kost wie Klassik oder zackiger Electrosound, die freche SABERO als echtes Größenwunder wird es ihnen zeigen, denn äußerlich mag man es ihr nicht ansehen – doch unterschätzen sollte man sie auf keinen Fall…

  • Geeignet für: Klassik, Folk, „leichter“ Pop, Blues, Electro
  • Gut für Dauerberieselung, ideal für längeres (Digital-) Radio hören, Hörbücher
  • Aufstellung: gerne auch versetzt, klassisches Stereodreieck nicht erforderlich