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Am Sonntag 01.November verstarb Martin Beyersdorffer – der Gründer von Orbid Sound – im Alter von knapp 87 Jahren.

Der Tüftler und Erfinder hatte es schon in jungen Jahren nicht leicht. Am 19. November 1933 mit einem fehlenden linken Unterarm in Stuttgart auf die Welt gekommen, war er in eine Zeit hineingeboren, in welcher ihm als Kind und als Jugendlicher mit großer Skepsis begegnet wurde. Doch mit einem unbändigem Willen und unfassbarere Energie kämpfte er sich durch sein ganzes Leben.
Nach seiner Schulausbildung, als es darum ging eine Ausbildungsstelle zu finden, wollte niemand dem jungen Mann eine Chance geben. Sein Wunschberuf war Zahntechniker, war doch sein Vater Zahnarzt im Stuttgarter Westen. Doch auch der Vater traute ihm die filigrane Fertigkeit für diesen Beruf nicht zu.

Sein Hobby als Amateurfunker und sein Wissen im Bereich der Radioelektronik verschaffte ihm eine Stelle bei einem Elektronikunternehmen von dem er dann Mitte der 50er zu einem Hersteller von Radio- und Verstärkertechnik wechselte. Sein ungebremster Wissensdurst und seine Fertigkeiten auf diesem Gebiet ließen ihn seinen eigenen Weg suchen. Ende der 60er Jahre startete er als selbständiger Unternehmer mit dem Bau von Verstärkern, Mischpulten und Effektgeräten zu einer Zeit als die Disko-Ära noch in weiter Ferne lag und stattete Gastronomen mit entsprechender Unterhaltungstechnik aus. Sein Wunsch nach dem passenden Sound zu seinen Verstärkern weckte bereits Jahre zuvor seinen Erfindergeist und es entstanden schon früh die ersten Lautsprecherboxen ausgestattet mit Breitbändern in umgebauten Schubladen, die als Gehäuse dienten.

Anfang der 1970er Jahre entwickelte Martin Beyersdorffer sein erstes Lautsprecherprogramm für Zuhause, Dies war die Geburtsstunde von Orbid Sound. In seinem ersten eigenen Studio in Stuttgart präsentierte er ab 1972 sein Hi-Fi Lautsprecher unter dem Namen Orbit Sound und später dann unter Orbid Sound Optimal. Der Markeneintrag Orbid Sound erfolgte 1977.

Zeit seines Lebens hat Martin Beyersdorffer konsequent seinen Weg beschritten und strebte immer nach dem besten Klang seiner Produkte. Angeeckt ist er dabei oft unter anderem auch bei der Hi-Fi Presse und beim Fachhandel, doch davon ließ er sich nie beirren oder von seinem Klangkonzept abbringen. Er gründete deutschlandweit seine eigenen Hörstudios und suchte Klangenthusiasten als eigene Vertriebspartner.

Durch seinen Sohn Daniel Beyersdorffer, der von früh an im väterlichen Betrieb mitarbeitete, diesen auch zeitweise leitete und viele der bekannten Produkte mitentwickelte, lebt Orbid Sound und die Idee von ehrlichem bezahlbaren und handgefertigtem Hi-Fi weiter.

Wir trauern um den Markenbegründer und einen Großen der Hi-Fi Welt.

 

5 Kommentare
  1. Micha Stross sagte:

    Lieber Daniel
    Das ist eine traurige Nachricht. Ein ganz spezieller Spezialist ist mit deinem Vater von uns gegangen.
    Aber er lebt weiter in Orbid Sound….. den vielen Boxen in vielen Haushalten.
    Ich hatte einige kuriose aber sehr informative zusammentreffen mit Ihm, damals ende der 80er im Studio in Leonberg. Beim kauf meiner Mini Galaxis und der Heck 2 und Heck 3.
    Diese wissen nutze ich heute noch.
    Orbid Sound begleitet mich und einige meiner Bekannten heute noch täglich.

    Dir und deiner Familie viel kraft für die kommende Zeit.
    Thomas eingenommen.
    Grüße
    Micha

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  2. Marko Schikort sagte:

    Ein Danke aus dem hohen Norden. Wir haben sie alle gahabt und sogar noch heute im Betrieb. Orbid Sounds waren sind und werden immer ganz oben dabei sein und sogar die Spitze bilden. Ich hoffe, die habe da oben Ohrenstöpsel, denn nun geht der Punk up. Gute Reise. Fam. SCHIKORR

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  3. Burkhard Schlachter sagte:

    Hallo Daniel,
    es tut uns leid , sind in Gedanken bei dir.
    Er war ein Visionär was Lautsprecherboxen betraf, er hatte gute Ideen und setzte sie alle um.
    Er wird immer in Orbid Sound weiterleben.
    liebe Grüße aus Vorarlberg
    Burkhard Schlachter und Marita Defranceschi

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  4. Gottfried Ihle sagte:

    Es erfüllt mich mit großer Trauer von Martins Tod zu hören.
    Erstmals habe ich Ihn Ende der 70er kennengelernt, als er unsere IG Folk in Stuttgart mit einem Pärchen Galaxis zur Beschallung unterstützt hat.
    Daraus ist damals eine herzliche Freundschaft entstanden.
    Selbst habe ich noch 5 div. Pärchen aus dieser Zeit,und der ganze Bekanntenkreis wurde damit versorgt.
    Sie laufen alle noch.
    Er wird immer einen Platz im Musikzimmer bei mir haben.
    Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft.
    Gottfried „Goofy“ Ihle

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