Die Firma Orbid Sound Next Generation (TF Klangmanufaktur UG) ist nicht mit uns identisch.

Hifi Boxen Praxis

Die üblichen Wattangaben bei Schallwandlern sind vollkommen wertlos!

  • Die Wattangaben sagen nichts über die Klangqualität, nichts über die Lautstärke und nichts über die Überlastungssicherheit einer Box aus.
  • Die Wattangaben bezeichnen nur den maximal möglichen Stromverbrauch eines Lautsprechers unter praxisfremden Normbedingungen. Sie sind daher für eine Leistungsbeurteilung irreführend!
  • Nicht wie viel Watt eine Box „hat“, sondern wie wenig Watt eine Box braucht, ist ein Qualitätskriterium!

Leistung und Belastbarkeit:

Wenn man die akustische Leistung von Lautsprecher beurteilen will, worauf kommt es da eigentlich an? Lautsprecher sind ganz allgemein „Schallwandler“, das heißt sie wandeln die elektrische Leistung, die in der Regel von einem externen Verstärker kommt, in akustische
Leistung um. Wie gut diese Umwandlung gelingt, ist gerade bei Lautsprechern sehr unterschiedlich. Das gilt sowohl für die Klangqualität, als auch für die mögliche Schall-Leistung (Lautstärke)

pfeil

Nicht zu verwechseln:
„Watt“ ist NICHT gleich Leistung einer Box!

Die Frage nach der Wattzahl stellen sie deshalb, weil sie glauben, man könne aus ihr auf die akustisch Leistung einer Box schließen. Doch wer glaubt, eine hohe Wattangabe (Belastbarkeit) würde eine leistungsfähige Box versprechen, der irrt sich. Die Wattangabe hat nichts damit zu tun, wie viel Schalldruck (Lautstärke) eine Box erzeugen kann. Über die Klangqualität sagt die Wattangabe ohnehin nichts aus. Die Wattzahl bezeichnet bei einer Box lediglich ihren höchstzulässigen

Es ist immer die gleiche Frage. Und sie ist wahrscheinlich niemals auszurotten. Deshalb wollen wir auch mit dieser berühmt-berüchtigten Lautsprecher-Frage beginnen, die ebenso unsinnig wie verbreitet ist. Wenn Musikfreunde einen neuen Lautsprecher ins Visier nehmen, was fragen sie dann als erstes…? – Erraten! Die erste Frage lautet garantiert: „Wie viel Watt hat die Box?“

pfeil Stromverbrauch
Watt


Wie viel Watt? Niemand käme auf die Idee, ein Auto zu kaufen, das ausgerechnet mit seinen hohen Verbrauchswerten für sich wirbt. Genauso verhält es sich bei Schallwandlern: kein hoher, sondern ein niedriger Energieverbrauch ist die bessere Wahl. – Kenner fragen daher beim Lautsprecherkauf:„Wie wenig Watt für wie viel Schalldruck?“

leistung

Wenn Sie Boxen suchen die mehr Schalldruck bringt, und wenn Sie dies allein über die Belastbarkeit versuchen, befinden Sie sich schnell in der Sackgasse. Die mögliche Gewinne sind hier sehr bescheiden und werden regelmäßig überschätzt.

Unsere Grafik zeigt es: Die maximale Lautstärke (Schall-Leistung) von drei (ansonsten gleichen) Boxen mit 80, 90 und 100 Watt Belastbarkeit unterscheidet sich nur wenig.


Bei der ersten lautstarken Fete ist es dann meist passiert: Die „hochbelastbaren“ Boxen sind plötzlich verstummt, und das, obwohl der Verstärker doch gar nicht soviel Leistung bringen konnte. Weil Sie beim Kauf der Lautsprecher aber nur auf die Belastbarkeit geachtet haben, haben Sie übersehen, dass schwächere Verstärker zusammen mit den meisten üblichen Boxen schon sehr früh an ihre Leistungsgrenze kommen. Bei den Pegelspitzen, also bei den lautesten Stellen der Musik, ist der Verstärker dann bereits übersteuert.
pfeil Verstärker-Clipping: ein Crash-Programm für jede Box!
Übersteuerung (engl. „clipping“) bedeutet, dass ein Verstärker nicht mehr in der Lage ist, die ihm zugeführten Spannungsspitzen (Lautstärkesprünge) sauber zu verarbeiten. Zunächst werden nur die Pegelspitzen beschnitten.

Bei kräftiger Übersteuerung pflegen Transistorverstärker dann Gleichströme in Höhe ihrer maximalen Leistung abzugeben. Das ist ein regelrechtes Crash- Programm für Boxen. Es verfehlt seine Wirkung auch dann nicht, wenn es leistungsmäßig weit unterhalb der Boxenbelastbarkeit angesiedelt ist. Nur wenige Lautsprecher halten eine solche Rosskur längere Zeit durch. Bei einem leistungsschwachen, aber übersteuerten Transistorverstärker können Sie daher alle Belastbarkeitsangaben von Lautsprechern getrost vergessen.

Man kann es auch im Experiment nachweisen: aus einem Basschassis, das (nach DIN) 100 Watt vertragen soll, steigen nach einer Minute Rauchzeichen aus der Schwingspule auf, wenn es mit 30 Watt Gleichstrom belastet wird. Noch kritischer ist das Verstärker-Clipping für Hochtöner: 10 Watt Gleichstrom lassen einen 100-Watt-Hochtöner in weniger als einer Minute für immer verstummen. Eine kurzzeitige Überlastung Ihrer Boxen durch einen starken Verstärker bleibt dagegen meist ohne Folgen. Sie ist in jedem Fall viel ungefährlicher als das Clippen eines „schwachen“ Verstärkers.
pfeil Theoretisch wie praktisch ohne Wert: die „Sinusbelastbarkeit“

Besonders irreführend im Zusammenhang mit HiFi-Boxen ist der Begriff der „Sinusbelastbarkeit“. Hier wird der HiFi-Freund gleich doppelt in die Irre geleitet, denn eine Belastbarkeitsangabe mit Sinustönen ist nicht nur völlig praxisfremd, die Werte halten auch einer messtechnischen Überprüfung nicht stand. Hierzu ein Versuch: Belastet man einen (angeblichen) 100-Watt- Hochtöner, angesteuert über eine 12 dB-Weiche, mit einem 5-kHz-Sinuston von nur 15 Watt Leistung, dann ist schon nach zwei bis drei Minuten die Schwingspule durchgebrannt.

  • Die Wattangaben von Schallwandlern sind keine Leistungsdaten, sondern Verbrauchsdaten.
  • Die Wattangaben sind folglich für eine Leistungsbeurteilung von Lautsprechern völlig ungeeignet und irreführend. • Lautsprecherschäden entstehen häufig durch übersteuerte Transistorverstärker, auch dann, wenn die Verstärkerleistung viel niedriger ist als die elektrische Belastbarkeit der Boxen.
  • Vermeiden Sie deshalb unter allen Umständen, dass Ihr Verstärker übersteuert. Achten Sie auf entsprechende Leistungsreserven Ihres Verstärkers.
  • Bei sehr starken Endstufen sind Lautsprecherschäden eher selten, ausgenommen grobe Bedienungsfehler oder Dauerüberlastung.
  • Der häufig gebrauchte Begriff der „Sinusbelastbarkeit“ ist eine Angabe ohne Wert. Sie wiegt den Musikfreund geradezu in falscher Sicherheit.
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