Schon in der Mitte der 70er Jahre hat bei ORBID SOUND in einigen Disziplinen der Lautsprecherentwicklung
ein Paradigmenwechsel stattgefunden, der teilweise die gängige Schulmeinung völlig auf den Kopf gestellt hat.
Demnächst hier die aktuellen Impedanzverläufe unserer Schallwandler !
Der Grund für diesen Wechsel lag in der Erkenntnis, dass die gewonnenen Messwerte einer Lautsprecherbox oftmals nicht mit dem klanglichen Empfinden einer natürlichen und musikalisch richtigen Wiedergabe übereinstimmte.
Bei der Entwicklung der Ur-Ahnen unserer heutigen Modelle zeigte sich, dass die nach den (auch heute noch weitestgehend gültigen) üblichen Standards der Messtechnik gemessenen Boxen - z. B. bei der Messung des Frequenzgangs - auch bei nahezu perfektem Verlauf musikalisch trotzdem nicht automatisch richtig klangen.
Durch die Zusammenarbeit mit Musikern wurden wir schon früh auf dem von uns eingeschlagenen Weg bestätigt, da schon unsere damaligen Konstruktionen i. d. R. als klanglich näher am Original befunden wurden. Schon damals boten wir unseren Kunden die Gelegenheit, unsere Modelle mit Lautsprecherboxen von Mitbewerbern im Vergleich anzuhören, welche üblicherweise mit und nach den üblichen Mess-Methoden entwickelt wurden.
Auch heute hält ORBID SOUND andere Mess-Methoden, wie die bei Vergleichstests in Test-Zeitschriften veröffentlichten, für wichtiger und sinnvoller, um eine natürliche Musik-Wiedergabe zu erreichen.
Die damals wie heute durchgeführte Messung des Amplituden-Frequenzgangs und andere Messungen in einem reflexionsarmen Messraum sind auf ihre Praxistauglichkeit hin zu hinterfragen, da hier bei der Messung Raum-Reflexionen ausgeblendet werden. In jedem Hörraum, in dem eine Lautsprecherbox dann stehen wird, gibt es aber immer unvermeidbare Reflexionen, welche die Wiedergabe sehr stark beeinflussen können!
Die zuvor im reflexionsarmen Raum gewonnene Messkurve einer Box ist in keinem Fall in einem Hörraum reproduzierbar! ORBID SOUND hat daher stets auf die Abbildung dieser zwar Werbewirksamen, aber eigentlich nichtssagenden Frequenz-Kurven verzichtet.
Ein anderer Anbieter, der selbst viel Wert auf Messungen im reflexionsarmen Raum legt, schreibt auf seiner Homepage ehrlicherweise dazu:
Zitat … „Er (der Boxenentwickler) weiß aber auch, dass nicht unbedingt ein völlig linearer Verlauf der Frequenzkurve das Optimale ist. Gerade die Höhen werden in einem normalen Wohnraum durch Teppiche, Gardinen usw. sehr viel stärker bedämpft, so dass eine Box mit linearem Frequenzgang in einem solchen Raum dann zu matt klingen kann.“
und weiter:
...“Eine wichtige Tatsache muss beachtet werden: Frequenzgänge, die in reflexionsarmen Messräumen gemessen wurden, haben immer einen frühen Abfall der Kurve im Tieftonbereich. Die Verhältnisse im Hörraum sind dagegen ganz anders. Ein normales Wohnzimmer verfügt im Gegensatz zum "schalltoten" Meßraum über Wände, die den Schall nicht schlucken, sondern reflektieren. Dies macht sich im Baß als Erweiterung des Übertragungsbereichs nach unten bemerkbar.“ Zitat Ende
Im Umkehrschluss bedeutend die letzte Aussage, dass Lautsprecherboxen, welche im reflexionsarmen Messraum mit linearem oder gar überhöhtem Frequenzgang im Bass-Bereich gemessen wurden, in einem üblichen Hörraum in diesem Bereich unnatürlich überbetont klingen werden.
Bitte lesen Siedazu auch auf unserer Homepage unter „HiFi-Boxen-Praxis“ das Kapitel „Frequenzdiagramme - Kurven mit tausend Gesichtern“
Die von ORBID SOUND durch eigene Forschungen schon vor Jahrzehnten gemachten Erfahrungen scheinen jetzt auch zunehmend von der „Fachpresse“ erkannt und auch anerkannt zu werden. Die Test-Zeitschrift „Stereoplay“ etwa schreibt in Heft 06/2012 im Zusammenhang mit dem Test einer teuren 2-Wege Box (Paar-Preis 9.400,00 €) unter der Überschrift „Messwert-Debatte“:
„Wie wichtig ist ein linearer Frequenzgang? Die … (teure Testbox) ließ die Diskussion wieder aufleben. Eine These lautete: Womöglich sind die Messgeräte gar nicht in der Lage, die akustisch komplexen Phänomene angemessen einzufangen. … Ergebnis: Nicht alles ist erklärbar. Und: Es gibt noch sehr viel zu tun...“
Diese, für eine HiFi-Test-Zeitschrift eigentlich unbequeme Aussage verdient Respekt, da die Test-Zeitschriften bei der Beurteilung und Einstufung von Lautsprecherboxen stets die gewonnen Messwerte mit einfließen lassen. Es führte beim Test dieser Edel-Boxen aber eigentlich auch kein Weg um die neue Erkenntnis herum, da es einen unübersehbaren Widerspruch zwischen der (nach bisheriger Sichtweise der „Fachpresse“) so aussagekräftigen Frequenzgang-Messung und der klanglichen Einschätzung gab:
„ … Der Frequenzverlauf der … (Testbox) ist zumindest im Hochton alles andere als linear. Bis zu 7 Dezibel ist die Senke tief, bevor der Hochtöner bei etwa 18 kHz wieder auf Normalpegel kommt. … Klanglich fällt diese Senke aber deutlich weniger ins Gewicht, als man vielleicht befürchten könnte. … Dennoch fehlte aber rein klanglich gar nichts. Im Hörtest entfaltete die … (Testbox) ein ungewöhnlich reichhaltiges Bouquet feinster Nuancen. …“.
Im weiteren Text wird die Box in den höchsten Tönen gelobt und trotz des vermeintlichen Mankos in die Absolute Spitzenklasse eingestuft.
Das interessanteste aus ORBID SOUND-Sichtweise ist bei diesem Test aber eine auch von Stereoplay bei diesen Boxen erkannte Besonderheit, nämlich einem sehr gleichmäßigen Impedanzverlauf über den gesamten Frequenzbereich. Wie von Stereoplay hier richtig erkannt, ist ein linearer Impedanzverlauf wichtig für eine gleichmäßige Belastung des die Boxen betreibenden Verstärkers, der dies z. B. mit gutmütigerem Verzerrungsverhalten dankt.
Diese bei ORBID SOUND auch schon vor Jahrzehnten gewonnene Erkenntnis wird von uns als eine elementare Wichtigkeiten bei der Konstruktion von Lautsprecherboxen angesehen. Ein möglichst linearer Impedanzverlauf ist nach unserer Auffassung sehr viel wichtiger, als der beliebte - unter praxisfremden Bedingungen entstandene - Frequenzverlauf. Daher schenkte ORBID SOUND dieser Messung schon immer besondere Aufmerksamkeit.
Schon in unseren älteren Katalogen konnte man bei den verschiedenen Modellen den Impedanzverlauf der jeweiligen Box sehen. Im Gegensatz zum fast nichtssagenden Frequenzverlauf ist dies ein echtes und auch realistisch messbares Qualitätskriterium!
Beispiele:
Pluto 4 Ohm
Venus 2 Ohm
Venus 4 Ohm
Ein weiterer wichtiger Faktor für realistische Musikwiedergabe ist die Fähigkeit der einzelnen Lautsprecher-Chassis einer Box zur Zeit-richtigen Abstrahlung der von der Frequenzweiche zugewiesenen Musik-Signale:
ZEIT-RICHTIGE LAUTSPRECHER!
Ein Schallereignis setzt sich aus einzelnen Tönen und deren zeitlicher Zuordnung zueinander zusammen. Bei der Wiedergabe von Tönen oder Musik wandeln Lautsprecher elektrische Energie in Schall um.Wird ein Musik-Signal von einer Lautsprecherbox in Schall umgewandelt und das Signal bleibt dabei unverändert, hat eine Zeit-richtige Übertragung stattgefunden. Dies ist aber bei fast allen Lautsprecherboxen mit üblicher passiver Weichen-Technik nicht der Fall!
Ebenfalls schon Ende der 70-er Jahre haben wir auch dies erkannt und als eine der Hauptursachen für die stattfindenden Zeitverschiebungen die Induktivitäten in den üblichen Frequenzweichen ausgemacht. Als Konsequenz daraus haben wir Frequenzweichen u. a. ohne Induktivitäten entwickelt, welche mit diesem grundlegenden Prinzip bis heute eingesetzt werden.
Zeit-richtige Lautsprecher-Wiedergabe wurde von ORBID SOUND damals zudem auch durch spezielle Gehäuse-Formen ermöglicht. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Konstruktionen, bei denen die einzelnen Chassis durch entsprechende Platzierung am Gehäuse Zeit-richtig zueinander angeordnet wurden (ähnlich der jetzt getesteten o. g. Edel-Boxen).
Bei unseren heutigen Modellen findet diese Korrektur z. B. durch die Gestaltung des Innenlebens unserer Boxen und durch unsere weiter entwickelten Frequenzweichen statt. So lässt sich der konstruktive Aufwand bei der Gehäuse-Herstellung in Grenzen halten, ohne auf Zeit-richtige Wiedergabe verzichten zu müssen.
Unsere Lautsprecher-Chassis beziehen wir von mehreren Herstellern. Teilweise werden diese auch nach unseren Vorgaben gefertigt. Bei der Auswahl der in unseren Mehrweg-Systemen eingesetzten Chassis legen wir größten Wert darauf, dass mit den ausgewählten Typen in Verbindung mit unseren Frequenzweichen eine Zeit-richtige Umwandlung des Musik-Signals in Schall stattfinden kann.
Nur so ist eine unangestrengte, plastische Darstellung des Musikgeschehens mit realistischer Abbildung der räumlichen Breite und Tiefe guter Aufnahmen möglich.

